Tradition in neuem Gewand: die „CouLe – der Preis für couragierte Lesben“ kommt.

Mit der CouLe, Preis für couragierte Lesben zeichnet die LAG Lesben NRW Frauen aus, die …

In der Geschichte und gegenwärtig gab es immer und gibt es zahlreiche Frauen und Lesben, die engagiert in ihren jeweiligen Tätigkeitsfeldern für die Sichtbarkeit und die Interessen von lesbischen Frauen und gegen Diskriminierung eingetreten sind bzw. eintreten. Um das Wirken dieser Frauen sichtbar zu machen und öffentlich zu würdigen hat die LAG Lesben NRW den Preis für couragierte Lesben geschaffen, der seit 2009 als „Augspurg-Heymann-Preis für couragierte Lesben“ vergeben wurde. 2017 verleiht die LAG Lesben ihren Preis erstmalig nach einer Neukonzeptionierung als „CouLe – Preis für couragierte Lesben.

Fotos der Preisverleihung 2017. Wer mehr Fotos sehen möchte, bitte hier klicken

Die CouLe

Die Neukonzeptionierung des Preises war erforderlich geworden nachdem 2015 mutmaßliche Aussagen von Lida Gustava Heymann aus dem Jahr 1907 publik wurden, die mit der Zielsetzung des Preises nicht vereinbar waren. (Ausführliche Informationen unter: www.augspurg-heymann-preis.de). Die Jury hat diesen Anlass dazu genutzt, die inhaltliche Ausgestaltung des Preises den aktuellen politischen Debatten und gesellschaftspolitischen Aufgabenstellungen anzupassen.

„CouLe – Preis für couragierte Lesben“ reflektiert die herausragenden Leistungen der bereits Ausgezeichneten ebenso wie er eine Ehrung für weitere lesbische Vorbilder darstellt. Oder anders gesagt: Die CouLe ist gleichzeitig Brückenbauerin und Zäsur.

So soll mit der neuen Auszeichnung die lesbische Vielfalt gezeigt sowie vor allem das Konzept der Widerständigkeit und Verletzlichkeit in den Mittelpunkt gestellt werden, wie es u.a. die Philosophin und Wissenschaftlerin Judith Butler beschreibt und sich für eine Mobilisierung von Verletzlichkeit stark macht, durch die politische Bewegungen entstehen können. Denn das Ausgesetzt-sein in einer Verletzlichkeit kann ein Instrument des Widerstandes sein, um bestimmte Praxen und Personen sichtbar werden zu lassen – auch wenn sich das Individuum zeitgleich durch das eigene Exponieren verletzbar macht. So dient Widerstand dazu beispielsweise die gleiche Absicherung von Lebensbedürfnissen zu erlangen oder Aufmerksamkeit auf queere Perspektiven zu lenken. Und Verletzlichkeit entwickelt so ein empowerndes Potential.

Um dies zu visualisieren hat die Künstlerin Regine Rostalski aus Nordkirchen eine Skulptur geschaffen, die das scheinbar Widersprüchliche von Widerständigkeit und Verletzlichkeit miteinander vereint: Denn dem überaus widerstandsfähigen Werkstoff Metall hauchte sie eine zerbrechliche Zartheit ein.

Weitere Informationen zur Künstlerin: www.regine-rostalski.de

Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Lesben in NRW e.V. ist ein Zusammenschluss von überwiegend ehrenamtlich engagierten Lesbengruppen und Initiativen in Nordrhein-Westfalen, die sich zum Ziel gesetzt haben, über ihre Vernetzung, über gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, politisches Engagement und fachliche Aktivitäten.

Dank an die Unterstützer*innen